Lesung
Adressat unbekannt

Von Kressmann Taylor
Szenische Lesung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

„Adressat unbekannt“ ist ein lediglich achtzehn Briefe umfassender fiktiver Briefwechsel zweier Freunde und Geschäftspartner aus San Francisco, Martin Schulse und dem Juden Max Eisenstein. Kurz vor Hitlers Machtergreifung 1933 kehrt Martin Schulse nach Deutschland zurück, Max Eisentsein bleibt weiterhin in San Francisco. Der Briefwechsel setzt am 12. November 1932 ein und beginnt in einem liebevollen, freundschaftlichen Ton, der mit der Zeit eisig wird, da Martin Schulse zu einem überzeugten Anhänger des Hitler-Regimes wird und schließlich zum Bruch führt.

Besonders in der aktuellen politischen Lage und einer Zeit , in der die Fremdenfeindlichkeit wächst und sich abzeichnet, dass viele Deutsche sich auf „deutsche Tugenden und die abendländische Kultur“ rückbesinnen, hält dieser Briefwechsel schlichtweg einen wichtigen Spiegel vor. Er zeigt, wie leicht ein gebildeter und angesehener Mann, vielleicht auch heute noch, Teil einer Bewegung werden kann, die letztlich mit ihrer Gewalt und Menschenverachtung zu unendlichem Leid führt, und dass Worte zu Waffen werden können.

Mit: Dario Weberg und Stefan Schroeder

 

Termin: 09.11.

 

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